Retro-Motorradhelme

Oldschool- bzw. Retro-Motorradhelme haben durch Roadmovies wie Easy Rider Kultstatus erlangt. Doch sind es längst keine Harley- oder Vespa-Fahrer mehr, die das Lebensgefühl der 60er Jahre konservieren – Retro- und Jethelme schützen heute auch die Köpfe von Piaggio-, Simson- oder Quad-Fahrern.
Der Kauf von Verkehrsschutzkleidung, allen voran der Motorradhelm, bietet mancherlei Herausforderung. Neben der richtigen Größe und dem optimalen Schutz soll der Helm schließlich auch cool aussehen und sich zu Motorrad und Kluft des stolzen Besitzers wie ein Puzzlestück ergänzen – drei Eigenschaften, die sich oftmals nicht so leicht vereinen lassen und gerade für den Nostalgie-Liebhaber die Auswahl stark einschränken. Doch wer etwas Zeit investiert, findet auch unter den sicheren, bequemen Helmen sein persönliches Schmuckstück im Retro-Look.
Was zeichnet einen Retro-Helm aus?
Es gibt Styles, die einfach nie aus der Mode geraten: Die alte schwarze Motorradlederjacke, passende Stiefel, Jeans oder Lederhosen stehen bis heute für den ganz besonderen Flair von Freiheit und Unabhängigkeit auf der Straße. Vor allem Peter Fonda zum Dank gehört aber auch der schmale und eng anliegende Motorradhelm von anno dazumal zum Gesamtpaket. Rundlicher als ein Integralhelm und schlicht im Design verfügt er meist über kein Visier, weshalb er etwa für Brillenträger besonders geeignet ist. Der Kopfschutz im Look der 60er/70er Jahre wird heute als „Retro-, Jet- oder Oldschool-Helm“ bezeichnet, jedoch ist dieser nur noch optisch mit dem Vorbild identisch: Verfügt der Helm über ein Prüfsiegel, wurde er aus demselben Material wie moderne Helme hergestellt und entspricht sicherheitstechnisch damit den Standards unserer Epoche.
Seit dem ersten Januar 1976 besteht für Motorradfahrer uneingeschränkte Helmpflicht. Schutzhelme verringern bei Verkehrsunfällen die Rate an Kopfverletzungen um etwa 70 Prozent und die Sterblichkeit um rund 40 Prozent. Das Fahren ohne Helm oder die „unsachgemäße Benutzung“ wird mit einem Bußgeld von 15 Euro geahndet – im Falle eines nichtverschuldeten Unfalls kann dem Fahrer sogar dennoch eine Mitschuld auferlegt werden.
Sicherheit von Retro-Helmen
Ein guter Retro-Helm besteht außen aus Fiberglas, die innenliegende Schutzschüssel aus Styropor, Hartgummi oder Kork. Hinzu kommen ein Kreuzband, ein fester Ohrenschutz aus Leder sowie ein Kinnriemen. Über eines müssen sich Käufer von Retro-Helmen grundsätzlich im Klaren sein: Im Gegensatz zu den klassischen Integralhelmen ist das Gesicht durch das in der Regel fehlende Visier nicht geschützt, wodurch Wasser, Steinchen und Insekten nicht nur ein Verletzungsrisiko, sondern zugleich eine Unfallursache durch Erschrecken darstellen. Darüber hinaus sind Stürze auf das Gesicht laut Unfallstatistik sehr häufig und führen fast immer zu schweren Gesichtsverletzungen! Beachten Sie daher beim Helm-Kauf vor allem diesen beiden Punkte: Sparen Sie nicht an der falschen Stelle – Rennfahrer setzen nicht ohne Grund auf die Königklasse der Motorradhelme. Achten Sie außerdem unbedingt auf den richtigen Sitz des Helmes – die optimale Passform ist bei Retro-Helmen wesentlich entscheidender als bei Integralhelmen! Darüber hinaus sollte der Kinnriemen stets geschlossen sein, da sich der Helm bei einem Unfall sonst vom Kopf lösen kann.
Was sagt das Gesetz?
Grundsätzlich sollte nicht das Gesetz die entscheidende Instanz für den richtigen Helm sein, sondern viel mehr, was einem der eigene Kopf „wert“ ist – letzten Endes zählt schließlich nicht die Optik, sondern die Sicherheit. Das Gesetz überlässt den Fahrern von motorisierten Zweirädern für die Wahl des richtigen Helmes hingegen einen gewissen Spielraum: „Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Dies gilt nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind.“ Unter „geeignet“ versteht der Staat ausschließlich Helme, die über ein sogenanntes „ECE-Prüfsiegel“ verfügen. Dazu gehören weder Bauarbeiter- noch Feuerwehr-, Rad- oder Stahlhelme aus dem militärischen Bereich, sondern ausschließlich Helme, die speziell für das Motorradfahren gebaut, geprüft und genehmigt worden sind.
(Bilder: mopedmagazin.com)

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