Montag, 05 Juli 2010

KTM Freeride – KTM elektrisiert die Tokio Motorcycle Show 2010

KTM Freeride – KTM elektrisiert die Tokio Motorcycle Show 2010

Crosser und Super-Motos ohne Einzylinder-Knattern oder derben Zweitakt-Sound? Ist irgendwie schwer vorstellbar aber voll im Trend. Die Elektro-Bikes kommen, ob man sich das nun vorstellen mag oder nicht. Und sie bringen entscheidende Vorteile mit. KTM hat aktuell auf der Tokio Motorcycle Show 2010 die „Freeride“ Prototypen vorgestellt. Das elektrisch angetriebene Motorrad kommt in zwei Ausführungen auf die Piste: als Crosser und als Super-Moto. Und sie werden wegen des elektrischen Antriebs als Zero Emission Motorräder - also Bikes ohne Emissionen – angepriesen.

Jetzt sollte man nicht ganz vergessen, dass Elektro-Fahrzeuge zwar keine Emissionen ausstoßen, aber wenn der Strom für die Kiste vom Atom- oder Kohle-Kraftwerk kommt, ist der Begriff „Zero Emission“ eher fragwürdig. Aber die elektrischen Motorräder machen keinen Krach und stinken nicht – und genau da sieht KTM vielerorts ein Comeback für den Zweirad-Sport, wurden doch viele Rennstrecken in den letzten Jahren geschlossen. Nicht selten war die Geräuschentwicklung der Zweitakter für die Anwohner zu viel.

Zur Technik der Freeride

Der Crosser und die Super-Moto fahren auf der gleichen Basis. Das Rückgrat bildet ein Leichtbau Deltaboxrahmen mit Aluminium Schmiede-Komponenten. Vorne federt eine Upside-Down-Gabel, hinten ein Federbein – beide sind einstellbar. Verzögert wird mittels einem Radial-Bremssystem mit Rekuperationsunterstützung durch Bremsenergie. Zu Deutsch: Beim Bremsen wird Energie rückgewonnen, die dann wieder im Akku landet. Also wer bremst, fährt länger.

Angetrieben wird die Fuhre von einem permanent erregten Synchronmotor in Scheibenläufer Bauweise. Zugegeben, die Motor-Bauart ist etwas gewöhnungsbedürftig, und ob sie es schaffen wird, auch den Fahrer permanent zu erregen, muss eine erste Probefahrt zeigen. Die Kraftübertragung erfolgt über einen Direktantrieb ohne Kupplung mit Zahnradgetriebe und Kette. Der Akku ist herausnehmbar und basiert auf Li-Ionen Technologie.

Die Nenn-Motorleistung beträgt 10 PS, die maximale Leistung beläuft sich auf 30 PS. Gestemmt wird mit einem Drehmoment von 43 Newtonmetern. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 70 km/h bei einem Gesamtgewicht von 90 Kilogramm inklusive Batterie.

Elektro-Antrieb – da stellen sich Fragen!

Also, was sich doch jeder erstmal fragt: Wie lange kann ich damit rumfahren? Die Aussage von KTM lautet „beim gemischten Offroad-Einsatz sollte der Vortrieb ca. eine Stunde ausreichen“. Wobei hier erwähnt werden muss, dass bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen die Reichweite stark vom Fahrstil abhängt. Die Ladezeit beträgt 1,5 Stunden und der Akku macht 500 Ladezyklen mit.

Die Frage „was kostet der Spaß?“ beantwortet KTM folgendermaßen: Der Preis steht noch nicht final fest, er soll aber unter 10.000 Euronen bleiben.

Die Freeride ist zulassungsfähig, es steht also Rüpel-Aktionen in der Stadt nichts im Wege.

Und zuletzt: „Wann kommt die Kiste in die Läden?“ Im Sommer 2010 wird KTM mit der Vorserie beginnen, sodass mit den ersten käuflichen Exemplaren im späten Frühjahr 2011 zu rechnen ist.

 

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