Freitag, 22 Oktober 2010

Triumph Sprint GT 2010/11 – Testbericht

Die Triumph Sprint GT ist 2010 gekommen, um die bisherige Sprint ST abzulösen. Die Motorrad-Entwickler von Triumph haben die sportliche Seite der ST etwas zurückgenommen und den Motor überarbeitet, sodass er in der Drehzahlmitte mehr Leistung hat. Außerdem kommt die Triumph Sprint GT mit optischen Neuerungen daher und bietet bei voll montiertem Koffersystem bis zu 117 Liter Ladevolumen.

Long Distance Calling. Dahinter verbirgt sich nicht nur der Name einer hervorragenden deutschen Band, sondern auch der Grundgedanke, der in der Triumph Sprint GT steckt. Wenn die Ferne ruft, brauchst du ein Motorrad, auf dem du bequem aber dennoch sportlich platz nimmst, einen Motor mit ordentlich Leistung und ein gutes Fahrwerk. Du wirst schnell reisen, denn die Strecken werden lang sein, du wirst auf Autobahnen bei einer Reisegeschwindigkeit von 230 km/h Kilometer um Kilometer abspulen und in den Alpen Sportmotorrädern das fürchten lernen.

Das alles kann die Triumph Sprint GT, denn das Kürzel am Ende steht für „Gran Turismo“, was ungefähr so viel wie „große Fahrt“ bedeutet. Die Sprint GT wird ihrem Namen gerecht und begrüßt den Fahrer zuerst mal mit unkompliziertem Fahrverhalten. Wer auf ihr Platz nimmt, hat die Fuhre sofort im Griff.

„Was für ein Schiff“ kommentiert der Kollege, als die GT auf den Hof kommt. Das ist Ansichtssache – wer vor ihr steht, nimmt die relativ wuchtige Erscheinung wahr, wer auf ihr sitzt, erfreut sich am leichten Handling. Man sollte aber dabei nie die Ausmaße der 31-Liter-Seitenkoffer vergessen. Wer damit leichtfertig durch die Rettungsgasse im Autobahnstau heizt, räumt schnell mal eine ganze Palette Rückspiegel ab. Apropos Rückspiegel: Selten wurden an einem Motorrad Rückspiegel mit derart guter Sicht nach hinten montiert.

Auf der Triumph Sprint GT Platz genommen, wird der Pilot erstmal mit schönem 3-Zylinder-Sound verwöhnt. Der 130-PS-Motor mit 1.050 Kubikzentimetern schiebt sanft aber bestimmt nach vorne, schon ab 2.000 Umdrehungen geht’s los.

Die Bremsen packen ordentlich zu und sind gut dosierbar. Für unseren Geschmack könnte die Charakteristik etwas progressiver sein, denn wer schnell am rechten Handhebel zupackt, kann das ABS am Vorderrad auch mal bei 220 km/h ins ABS schicken. Wir haben das probiert, als auf der Autobahn plötzlich ein Stau auftauchte.

Die Bereifung – es handelt sich um Bridgestone Battlax BT021R Sport Touring – gibt sich langlebig und kann auch sportlich gefahren werden. An Herbsttagen mit Temperaturen um die null Grad kommen die Reifen allerdings auch mal an ihre Grenzen. Wird der Untergrund schmierig, machen die Battlax schnell mit und die Triumph Sprint GT rutscht ordentlich. Dabei ist es interessant, wie leicht sich dieses vermeintlich große Motorrad wieder einfangen lässt.

Die Triumph Sprint GT ist ein zuverlässiger Begleiter, der einen schnell von A nach B bringt, einen kompletten Einkauf beim Discounter in seinen Koffern verschwinden lässt und mit dem man ordentlich über Pässe heizen kann, ohne sich vor reinrassigen Sportmotorrädern verstecken zu müssen.

Der Preis für die Triumph Sprint GT liegt bei 13.190 Euro zuzüglich Nebenkosten.

(Bilder: Triumph, mopedmagazin.com)

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