Triumph Street Triple R (2010/2011) – Testbericht
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Die Triumph Street Triple R (2010/2011) kann sich sehr kultiviert benehmen, ein guter Begleiter auf Touren mit gediegenem Kurvenschwingen sein, in der Stadt bei Stop-and-Go untertourig und geduldig zum Supermarkt gleiten. Aber wen interessiert das schon?
Diese Qualitäten spielen quasi keine Rolle mehr, hat man den 3-Zylinder mal am Hausberg richtig laufen lassen. Dann mutiert die Street Triple zur wilden fauchenden Unvernunft auf zwei Rädern – und ist dabei handlich wie ein Mountainbike, das 220 Sachen läuft.
Triumph Street Triple R (2010/2011) – pure Handlichkeit
Was die Triumph-Entwickler da auf die Beine gestellt haben, ist Handlichkeit in Reinform. Kaum ein anderes Motorrad lässt sich ab dem ersten Meter so leicht manövrieren. Und der Vergleich mit dem Mountainbike ist nicht an den Haaren herbeigezogen, es macht tatsächlich keinen Unterschied, ob man auf besagtem Drahtesel oder der Street Triple sitzt.
Nur läuft dieser Drahtesel eben 220 Sachen und braucht auch nicht besonders lange, um dorthin zu beschleunigen. Und übrigens dank der Nissin-Beißer auch nicht lange, um zu verzögern.
Es fällt schwer, an sich zu halten. Eigentlich könnte man mit der Triumph Street Triple R (2010/2011) ganz easy durch die Landschaft cruisen und die Eier schaukeln. Aber die Street Triple lässt das nicht wirklich zu. Den Startknopf gedrückt, mutiert der Motorrad-Fahrer zum Adrenalin-Junkie, die Augen blutunterlaufen, der Blick geschärft, jede Lücke auf der Fahrbahn gehört mir, aus der Bahn!
Die Triumph Street Triple R (2010/2011) ist nicht nur ausgewogen, was die Schräglage angeht, nein, das geht auch nach vorne und hinten. Will heißen: Egal welches Rad sich in der Luft befindet, es wird nie spektakulär, sondern immer schön kontrollierbar. Diese Tatsache sorgt nicht unbedingt für einen ausgewogenen Fahrstil, dafür aber für jede Menge Spaß.
Triumph Street Triple R (2010/2011) – 3-Zylinder-Motor
Der Motor mit 675 Kubikzentimetern steckt auch in der Triumph Daytona 675. Nur hat er in der Street Triple R (2010/2011) rund 100 PS, die aber völlig ausreichend sind. Obendrein ist das Aggregat auf mehr Drehmoment ausgelegt und hat einen erstaunlich guten Durchzug. Das heißt, die Street Triple kann auch mal schaltfaul gefahren werden. Das wird noch durch die angenehm lange Übersetzung der Gänge verstärkt. Das kommt einem vor allem auf sehr kurvigen Strecken entgegen. Wer die Street Triple über Dolomiten-Pässe hetzt, kann getrost zwischen dem 1. und 2. Gang hin und her schalten. Nur wer auf einem Pass schneller als 150 Sachen fahren möchte, muss mal in den 3. Gang schalten. Das ist doch erträglich.
Das optionale Windschild unserer Testmaschine lässt einen 1,8-Meter-Mitteleuropäer bis rund 170 km/h aufrecht sitzen. Das ist für ein Naked-Bike eine gute Sache. Die Triumph Street Triple R (2010/2011) hat im Vergleich zur „normalen“ Street Triple ein voll einstellbares Fahrwerk. Triumph bietet auch ein Paket an, mit dem ambitionierte Fahrer am Street Triple-Cup teilnehmen können.
Der Preis für die Triumph Street Triple R (2010/2011) liegt bei rund 9.000 Euro, für die „normale“ Street Triple fallen etwa 8.000 Euro an.
(Bilder: Triumph, mopedmagazin.com)

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