Montag, 07 März 2011

Triumph Daytona 675 SE (2010) – Testbericht

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Der kleine 3-Zylinder-Flitzer Triumph Daytona 675 SE von der Insel machte beim mopedmagazin-Test eine gute Figur. Schon beim Draufsitzen ist klar, dass mit diesem Motorrad keine Bummel-Touren anstehen.

Die Sitzhaltung geht ein bisschen in Richtung der 4-Ventil-Ducatis – von oben herunter auf die tiefen Lenkerstummel für totale Kontrolle. Der Motor benimmt sich bei niedrigen Drehzahlen vorzüglich und stemmt bei Drehzahlorgien ordentlich voran.

Die Daytona spielt in der Supersport-Klasse mit und ihre Spielkameraden, wie Honda CBR600R, Suzuki GSX-600R und Yamaha YZF-R6, sollten sich hüten. Der kleine Brite ist pfeilschnell und der Erlebnisfaktor hoch. Besonders positiv stimmt das Fahrwerk.

Sie will es doch auch

Der Motor braucht – typisch für die Supersport-Klasse – ordentlich Drehzahlen. Aber keine Bange: Sie will es doch auch. Unter 8.000 Umdrehungen liegt nicht gerade viel Leistung an, öffnet man dann allerdings den Schieber geht die Fuhre ordentlich ab. Die 125 PS sind für Landstraßen und flotte Fahrten auf der Autobahn völlig ausreichend. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 260 Sachen angegeben. Die können tatsächlich erreicht werden, jedoch wird der Schub ab knapp 240 etwas zäh.

Ein Vorteil des Motors ist, dass er sich bei niedrigeren Drehzahlen sehr gut benehmen kann. So kann bei engen Kehren bedenkenlos in den Ersten herunter geschaltet werden, ohne gleich einen schwarzen Strich auf die Gasse zu ziehen oder um die Ecke zu ruckeln. Der Sound des Aggregats bewegt sich irgendwo zwischen 3-Zylinder-Grollen und Turbinen-Pfeifen. Die Auspuffanlage macht ordentlich Rabatz.

Das Fahrwerk ist definitiv ein Highlight der Daytona. Anfangs entsteht der Eindruck, das Motorrad ist vorne zu leicht gebaut. Tatsächlich bewegt sich das Vorderrad gerne mal gen Himmel, aber es bedarf schon viel, um es richtig von der Straße zu bekommen. Prescht man über schlechte Straßen und zieht dann noch ordentlich am Hahn, fehlt manchmal der Kontakt zur Straße. Geht man leicht von Gas, setzt sie wieder auf und fährt weiter, als wäre nichts gewesen.

Die Daytona ist ein extrem handlicher Kurvenheizer und fährt ganz einfach genau da hin, wo man sie haben will. Das Motorrad bleibt immer stabil und lässt dem Piloten die volle Kontrolle. Man muss schon sehr grob werden, um Unruhe ins Fahrwerk zu bringen. Aber auch das ließe sich mit Einstellarbeit verbessern. Auch Autobahnkurven bei Maximal-Geschwindigkeit steckt die Daytona 675 locker weg.

Beißer

Auch die Bremsen konnten voll überzeugen. Leicht dosierbar entwickeln sie sich bei höherem Druck am Bremshebel zu Beißern, die aber nie zu aggressiv vorgehen. Allerdings wünscht man sich bei solch heftigen Bremsmanövern keine anderen Reifen, als die serienmäßigen Pirelli Supercorsa SP. Sie sorgen für genügend Grip und sind überhaupt die perfekte Wahl für dieses Motorrad. Schon ab der ersten Kurve steht ordentlich Haftung zur Verfügung, und auch bei schlechten Straßenverhältnissen wird nicht gerutscht.

Haltungsschaden

Die Sitzhaltung auf der Daytona ist sehr sportlich und nichts für gemütliches Dahingleiten. Fehlt der Druck am Hinterrad, wird der Druck auf die Handgelenke groß. Und faltet sich mal eine Sozia auf dem Heck zusammen, liegt sie dem Fahrer mächtig im Kreuz. Die niedrige Verkleidung sieht gut aus, allerdings bläst einem ab 180 Sachen der Wind ungnädig an die Hirse.

Die SE-Ausstattung

Unser Test-Motorrad, eine Daytona 675 SE, ist eine limitierte Sonderedition und kommt in edlem Perlmutt-Lack daher. Außerdem bringt die SE einiges an Karbon und einstellbare Brems- und Kupplungshebel mit. Ansonsten ist sie mit der Serien-Daytona identisch. Details, wie zum Beispiel die Schwinge sind bildschön und die Verarbeitung gut.

Spezifikationen

  • Leistung bei Drehzahl: 125 PS (92,5 kW) bei 12.500/min
  • Drehmoment bei Drehzahl: 72 Nm bei 11.750/min
  • Motorbauart: Reihen-3-Zylinder, Einspritzung
  • Bohrung x Hub: 74 x 52,3 mm
  • Hubraum: 675 ccm
  • Steuerung: dohc, 4 Ventile
  • Antrieb: 6 Gänge, Kettenantrieb
  • Rahmen: Leichtmetall-Gussprofil
  • Reifen vorne: 120/70 ZR17
  • Reifen hinten: 180/55 ZR17
  • Federweg vorne: 120 mm
  • Federweg hinten: 130 mm
  • Bremse vorne: Doppelscheibe, Durchmesser 308 mm
  • Bremse hinten: Scheibe, Durchmesser 220 mm
  • Radstand: 1415 mm
  • Gewicht fahrbereit: 191 kg
  • zulässiges Gesamtgewicht: 381 kg
  • Sitzhöhe: 830 mm
  • Tankinhalt: 17 l
  • Höchst-geschwindigkeit: 260 km/h

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