Dienstag, 28 September 2010

Unruhestifter: Ducati Hypermotard 1.100 - Testbericht

Unruhestifter: Ducati Hypermotard 1.100 - Testbericht

Die lässt dir keine Ruhe. Das ist das Fazit dieser Geschichte. Ende, fertig. Aber ehrlich gesagt, ist das doch jedem klar, bevor er sich auf eine Ducati Hypermotard setzt. Eine Supermoto mit 1.100 Kubik und alle-aus-dem-Weg!-Sitzposition lässt einem beim fahren eben keine Ruhe. Der Motor springt an und ich muss kurz überlegen, ob das ganz legal sein kann. Schön, dass es so einen Sound heutzutage noch mit Brief und Siegel gibt. Die 1.100 Kubik ziehen und raus mächtig an und machen das Vorderrad schnell mal leicht. So geht es auf die Straße, mächtig gespannt, was dieser Ofen kann.

Totale Kontrolle

Das Fahrwerk liegt auf der Straße wie ein Brett. Der Fahrer hat die totale Kontrolle. Kommen fiese Bodenwellen, knickt die Hypermotard vorn gerne ein wenig ein, aber nie richtig böse. Die Kontrolle bleibt ganz klar beim Fahrer. Sofern er noch die Kontrolle über sich hat – wenn nicht regiert der Wahnsinn. Dieses Fahrzeug stachelt den Piloten regelrecht an. Die Kombination aus bärenstarkem Motor, Top-Fahrwerk und Supermoto-Sitzposition lässt einen nur schwer einen kühlen Kopf bewahren.

Ab 150 Sachen liegt ganz schön Druck an der Brust an. Nein, kein Herzinfarkt, der Wind bläst ungnädig und es wird langsam unbequem. Die Hypermotard ist für kurvigere Strecken gemacht und in diesem Revier mach ihr so schnell keiner was vor. Da kommt dann die unglaubliche Handlichkeit ins Spiel. Vor der Kurve mit den leicht dosierbaren Brembos ordentlich angebremst, einen oder zwei Gänge runter, Fuß raus (ja genau, Fuß nicht Knie) und dann ordentlich die Schuhsohlen abgeputzt. Da freut sich der Schuster.

Sitzposition nachwuchsgefährdend

Die Sitzposition ist ungewöhnlich weit vorne und – was männliche Fahrer angeht – nachwuchsgefährdend. Ein Umbau mit anderer Sitzbank und einer der Ducati Monster ähnlichen Sitzposition ist möglich, aber wegen der Motorleistung nicht wirklich zu empfehlen. Wer ab und an mal gerne noch das Vorderrad zum lenken oder Bremsen auf der Straße halten möchte, sollte davon Abstand halten.

Ducatis Hypermotard ist ein kompromissloser Supermoto-Heizer, der keine Bummelfahrten duldet. Auch längere Autobahnfahrten sind damit nicht gerade ein Spaß. Bleibt der Einsatz auf möglichst kurvigen Straßen – und da macht sie dann alles wieder gut.

(Bildquelle: Ducati)

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