Sonntag, 26 September 2010

Cagiva Elefant 900 – Testbericht

Cagiva Elefant 900 – Testbericht

Ja, es gab auch mal eine große italienische Enduro mit zwei Zylindern, und mit der wurde sogar einmal die Rallye Paris-Dakar gewonnen. Mitte der 80er Jahre fand ein Zusammenschluss der beiden Motorradbauer Cagiva und Ducati statt. Ducati war zu dieser Zeit kurz vor der Pleite – man muss jedoch wissen, dass es unter italienischen Motorradbauern zum guten Ton gehört, sich in regelmäßigen Abständen in dieser Lage zu befinden. Jedenfalls wurde Ducati als Motorenlieferant zu Cagiva geholt und die brandneue Cagiva Elefant bekam einen 2-Zylinder-V-Motor mit 650 Kubikzentimetern verpasst. Damit waren die Italiener die Dritten, die eine große Enduro mit zwei Zylindern auf den Markt brachten.

In der nächsten Stufe bekam die Elefant 750 und nach dem Sieg bei der Paris-Dakar 900 Kubikzentimeter, die das hochbeinige Gestühl ordentlich befeuern sollten.

Das Modell, mit dem das mopedmagazin unterwegs war, ist eine Cagiva Elefant 900 und gleich mal zur Info: Das Gerät macht richtig Spaß.

Die Sitzhaltung, der Motor

Die Sitzhaltung ist typisch für große Enduros, aufrecht, alles im Blick und im Griff. Drückt man den Starterknopf, fängt es sofort an Spaß zu machen. Unten bollert der Ducati-V-Twin, die Kupplung rasselt, man könnte vom Sound her glatt meinen, auf einer Ducati Monster zu sitzen. Entsprechend ruppig geht’s dann in den unteren Drehzahlen auch los. Ducatis waren noch nie was für empfindliche Gemüter – eher etwas für Leute, die ordentlich was erleben wollen. Durchgeschüttelt und die Ohren durchgeblasen.

Das Fahrwerk

Das Fahrwerk ist prima, wie schon erwähnt, war die Elefant Wettkampf-Fahrzeug bei Rallyes. Die komplette Fuhre steht, dank stabilem Rahmen und Upside-Down-Gabel, wie eine Eins. Lediglich die Bereifung unseres Testfahrzeugs bringt in Schräglage Unruhe in die Gabel.

Enduro-Reifen: Metzeler Karoo

Hier sind Metzeler Karoo aufgezogen, ein Reifen von den so mancher meint, er gehöre nicht auf die Straße. Tatsächlich macht sich der Karoo richtig gut auf Asphalt. Seine extreme Handlichkeit kann anfangs mit kippeligem Verhalten verwechselt werden. Hat man sich daran gewöhnt, dass der Pneu regelrecht in die Kurve fallen will, kommt Spaß auf. Jedoch fabriziert der grobstollige bei Schräglage Bewegungen am Lenker – also festhalten wie ein Mann, die Elefant steckt das schon weg.

Der Gebrauchtmarkt

Heute wird die Elefant von einer eingeschworenen Gemeinde gehegt, gepflegt und gefahren. Der Gebrauchtmarkt ist sehr überschaubar. Die Preise bewegen sich in der Regel zwischen 2.000 und 4.000 Euronen. Dabei haben die meisten Elefanten schon ordentlich Kilometer gefressen.

 

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